Der Landesverband in eigener Sache

Bundesverdienstkreuz für unsere langjährige stellvertretende Vorsitzende, Frau Mayer

Frau Mayer wurde mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Das Bundesverdienstkreuz wurde von der Sozial-Staatssekretärin Frau Müller-Klepper in Vertretung des hessischen Sozialministers in einer Feierstunde im Rathaus zu Offenbach überreicht. Damit wurde Frau Mayer Dank und Anerkennung für ihre e ngagierte Tätigkeit für psychisch Kranke und deren Angehörige ausgesprochen.

Im Namen aller Mitglieder und Freunde des Landesverbands Hessen sprechen wir Frau Mayer unseren herzlichsten Glückwunsch zu dieser hohen Auszeichnung aus und verbinden dies mit dem aufrichtigen Dank für ihre jahrelange und erfolgreiche Tätigkeit, für uns und unsere psychisch kranken Angehörigen.

Unser erster Vorsitzende Herr Prof. Dr. Peukert, sandte folgende ehrende Worte, die von Frau Nolting in der Feierstunde vorgetragen wurde:
Liebe Frau Mayer, wenn Ihnen diese Worte von Frau Nolting vorgelesen werden, bin ich leider erst auf dem Weg zurück nach Deutschland, einige wenige Stunden zu spät, schade. Auch wenn ich körperlich nicht anwesend bin, in Gedanken bin ich hier in Offenbach. Viele Menschen aus der Angehörigenbewegung haben die Ehrung, die Ihnen heute zuteil wird, sicher auch verdient - aber Ihnen, liebe Frau Mayer, steht sie in meinen Augen zweifelsfrei zu . Sie waren maßgeblich am Aufbau des Landesverbandes der Angehörigen psychisch kranker Menschen in Hessen beteiligt und waren und sind seit den ersten Tagen eine wesentliche Stütze unseres Verbandes. Die Vorsitzenden unseres Landesverbandes waren immer - so wie ich heute und alle vor mir - Männer, aber die Alltagsarbeit haben die Frauen erledigt. Aber all die Jahre waren Sie, liebe Frau Mayer, ganz vorn aktiv dabei - nämlich als die 2. Vorsitzende, seit der Gründung des Verbandes bis heute! Niemandem ist es gelungen, Sie zum Vorsitz zu überreden, auch mir nicht. Sie haben in den letzten Jahren, nachdem uns das Sozialministerium und der Landeswohlfahrtsverband die finanzielle Förderung unserer Arbeit entzogen haben, die gesamte Administration gemanagt- mit Unterstützung von Frau Nolting, Frau Werning und Herrn Kratzer. Seit dem ersten Tag der hessischen Angehörigenbewegung verfolgen Sie nicht nur die wichtigsten Themen und Kontroversen, nein, Sie treiben sie voran, in kritischer Perspektive u nd immer ausgewogen, auch wenn Sie als Angehörige in Konflikt mit professionellen Helfern oder Psychiatrie-Erfahrenen eintreten müssen, oder mit mir, was auch schon vorgekommen ist. Das Betreuungsrecht, die UN-Behindertenrechtskonvention, die Verschreibungspraxis und die Wirkungen von Medikamenten, die Fragen zur Absicherung des Alters etc. etc. etc. - in allen diesen Themen sind Sie zu Hause, nie dogmatisch, aber bestimmt in der Meinung. Kein Wunder, wenn Sie darum von vielen Menschen um Rat gefragt werden. Allerdings sind es nicht nur diese "großen Themen", für die Sie stehen - nein, auch für die alltäglichen Beratungen von Angehörigen, die erstmals mit dem Schicksal eines kranken Familienmitgliedes konfrontiert sind. Dafür sind Sie aus eigener Erfahrung gut gerüstet - denn Sie leben ein nicht ganz einfaches Leben mit Ihrer erkrankten Tochter - davon viele Jahre in einem gemeinsamen Haushalt. Für das, was ich angesprochen habe, und das, was nicht zur Sprache kam, danke ich Ihnen als der Ihnen für einen gewissen Zeitraum zugeordnete erste Vorsitzende unseres Landesverbandes sehr herzlich, und ich bin sehr glücklich; dass Sie die höchst verdiente Auszeichnung heute im Empfang nehmen können."

31.05.2011